Sendungstypen im Luftfracht-Export
In diesem Artikel werden die verschiedenen Sendungstypen im Luftfracht-Export-Modul sowie deren Funktionen beschrieben. Behandelt werden insbesondere Buchung, Haus- und Super-Haussendungen, Direktsendung, Back-to-Back, sowie Coload-In/Out- und Sammelsendung.
Die verschiedenen Sendungstypen im Luftfracht-Export finden Sie in Scope wie folgt:
- Navigieren Sie zu Luftfracht > Exportsendungen
- Klicken Sie im oberen Menü auf Neu und wählen Sie anschließend den gewünschten Sendungstyp aus

Buchung
Eine Buchung dient zur Vorerfassung eines noch unspezifischen Transports. Dabei ist ausschließlich das Feld „Auftraggeber“ ein Pflichtfeld, sodass die Buchung bereits mit minimalen Angaben gespeichert werden kann.
Innerhalb der Buchung lassen sich alle relevanten Daten schrittweise erfassen und anschließend in folgende Sendungstypen überführen:
- Haus
- Direct
- Back-to-Back
- Sammelsendung mit Haus
- Coload Out
- Coload In
Eine Buchung wird typischerweise angelegt, wenn:
- noch unklar ist, ob, wann oder wie die Sendung transportiert wird oder
- noch nicht alle erforderlichen Daten vorliegen
Haussendung
Die Haussendung ist ein zentraler Sendungstyp im Luftfracht-Export und wird genutzt, um einzelne Sendungen in einer Sammelsendung (Konsolidierung) zusammenzuführen. Dabei ist die Haussendung in der Regel vom tatsächlichen Absender direkt an den endgültigen Empfänger adressiert.
Im Unterschied dazu wird die übergeordnete Sammelsendung vom Versandspediteur (Export-Agent bzw. Export-Gateway) an den Empfangsspediteur (Import-Agent bzw. Import-Gateway) adressiert. Sie bündelt mehrere Haussendungen zu einem gemeinsamen Transport.
Die Airline ist dabei ausschließlich auf Ebene der Sammelsendung eingebunden, nicht jedoch auf Ebene der einzelnen Haussendung.
Super-Haussendung
Die Super-Haussendung dient der Zusammenfassung mehrerer Haussendungen mit demselben Empfänger. Sie stellt somit eine zusätzliche Konsolidierungsebene innerhalb der Sammelsendung dar.
Die einzelnen Sendungen werden zunächst jeweils als eigenständige Haussendungen erfasst. Anschließend können sie in der Super-Haussendung über den Reiter Konsolidierung als sogenannte Sub-Houses zusammengeführt werden. Innerhalb der Sammelsendung verhält sich die Super-Haussendung dann wie eine einzelne Haussendung.
Ziel ist es, Sendungen mit identischem Empfänger effizient zu bündeln und die Abwicklung übersichtlicher sowie wirtschaftlicher zu gestalten.
In der Praxis kommt die Super-Haussendung häufig zum Einsatz, wenn ein Empfänger Waren von mehreren Lieferanten erhält – beispielsweise von verschiedenen Versendern innerhalb Deutschlands –, die gemeinsam in einer Sendung transportiert werden sollen.
Direktsendung
Die Direktsendung beschreibt den unmittelbaren Transport vom Absender zum Empfänger, ohne Konsolidierung mit weiteren Sendungen.
Alternativ kann die Sendung auch an einen Agenten „zu Händen“ (Notify) eines Empfängers adressiert werden.
Im Gegensatz zu anderen Sendungstypen gibt es bei der Direktsendung nur eine einzige Luftfrachtbriefnummer (AWB), da keine Unterteilung in Haus- und Sammelsendung erfolgt.
Dieser Sendungstyp kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn:
- kurze Transitzeiten erforderlich sind oder
- eine Sendung separat und ohne Zusammenführung mit anderen Transporten abgewickelt werden soll
Back-to-Back-Sendung
Die Back-to-Back Sendung ist eine Kombination aus genau einer Haussendung und einer dazugehörigen Sammelsendung. Sie wird verwendet, wenn eine einzelne Sendung sowohl auf Haus- als auch auf Master-Ebene abgebildet werden soll, ohne dass eine tatsächliche Konsolidierung mit weiteren Sendungen erfolgt.
Im Unterschied zur klassischen Sammelsendung besteht die Back-to-Back Struktur also nur aus einer Haus- und einer Master-Sendung, die direkt miteinander verknüpft sind.
Der Hauptzweck dieses Sendungstyps liegt in der vereinfachten operativen Abwicklung im System. Anstatt Haus- und Sammelsendung in separaten Modulen zu erfassen, können beide Ebenen gemeinsam in einer Maske bearbeitet werden.
Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn:
- nur eine einzelne Sendung vorliegt,
- aber dennoch sowohl ein HAWB als auch ein MAWB erstellt werden sollen
Coload-Out-Sendung
Die Coload-Out Sendung ist eine Haussendung, die zur Weiterverladung an einen anderen Spediteur übergeben wird. Sie wird eingesetzt, wenn die eigene Niederlassung die Sendung nicht selbst in einer Sammelsendung konsolidiert.
Der Hausluftfrachtbrief (HAWB) wird dabei im eigenen Haus erstellt, bevor die Sendung an einen externen Spediteur übergeben wird, der die weitere Konsolidierung und den Transport übernimmt.
Im Unterschied zu klassischen Haussendungen wird eine Coload-Out Sendung nicht in eine eigene Sammelsendung eingebracht.
Dieser Sendungstyp kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn:
- das eigene Frachtaufkommen für einen bestimmten Zielort nicht ausreicht oder
- keine eigene wirtschaftliche Sammelsendung gebildet werden kann
Coload-In-Sendung
Die Coload-In Sendung ist eine Haussendung, die von einem externen Spediteur übernommen und in die eigene Sammelsendung integriert wird.
In diesem Fall wird der Hausluftfrachtbrief (HAWB) vom Partner-Spediteur erstellt. Die Sendung wird anschließend in die eigene Sammelsendung übernommen und gemeinsam mit weiteren Sendungen transportiert.
Im Unterschied zur Coload-Out Sendung erfolgt hier also die Integration in die eigene Konsolidierung.
Dieser Sendungstyp kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn:
- zusätzliche Sendungen benötigt werden, um eine bestehende Sammelsendung zu ergänzen oder wirtschaftlicher auszulasten
- ein Partner-Spediteur Fracht zur Verfügung stellt, die über die eigene Transportstruktur abgewickelt werden kann
Sammelsendung
Die Sammelsendung dient der Konsolidierung mehrerer Haussendungen zu einem gemeinsamen Transport.
Dabei wird die Sammelsendung vom Versandspediteur (Export-Agent bzw. Export-Gateway) an den Empfangsspediteur (Import-Agent bzw. Import-Gateway) am Bestimmungsort adressiert. Sie bildet die übergeordnete Transportebene, unter der mehrere einzelne Haussendungen zusammengefasst werden.
Ziel der Sammelsendung ist es, durch die Bündelung mehrerer Sendungen:
- das Gesamtvolumen bzw. -gewicht zu erhöhen und
- dadurch günstigere Frachtraten beim Carrier (Airline) zu erzielen
Für Absender und Empfänger ergibt sich daraus eine kosteneffiziente Versandlösung, auch bei kleineren Einzelmengen.